Warum isst man in Südindien von einem Bananenblatt?

März 13, 2017 | | Kommentare deaktiviert für Warum isst man in Südindien von einem Bananenblatt?

Wer schon mal im Süden Indiens unterwegs gewesen ist und sich dort an den kulinarischen Feinheiten des Landes  probiert hat, der hat sicherlich auch gesehen – oder selbst erlebt – dass die meisten Menschen dort nicht auf Tellern essen, sondern auf den großen, grünen Blättern des Bananenbaums. Dies sieht immer sehr interessant aus, aber viele Menschen scheinen gar nicht zu wissen, warum dies so gehandhabt wird. Wir haben uns mal im Internet schlau gemacht und sind auf eine ganze Anzahl guter Gründe gestoßen, die wir Ihnen hier gerne näher erläutern wollen.

Zunächst einmal ist es einfach gesund. Im Blatt selber finden sich eine Menge Antioxidantien die gegen Krankheitserreger angehen und sogar davor helfen können, gefährliche Krankheiten wie Krebs und Parkinsons zu vermeiden. Wenn heißes Essen auf dem Blatt serviert werden, dann werden diese Stoffe aktiviert und geben zusätzlich auch ein angenehmes Aroma  ab; essen kann man das Blatt selber aber nicht, da wir es nicht verdauen können.
Vielleicht das beste Argument für die Nutzung der Bananenblätter hat mit dem Nachhaltigkeitsgedanken zu tun. Da sie natürlich sind, müssen sie nicht künstlich massenproduziert werden, was besonders in einem Land wie Indien mit seinen zig Millionen Menschen von enormem Vorteil ist. Bei der indischen Küche sollte man immer ein wenig sorgsam sein, was die Hygiene betrifft. Im Zweifelsfall ist es also immer besser, von einem Blatt als von einem Teller zu speisen, zumal man die Blätter mit ein wenig Seife auch schnell wieder säubern kann und nur marginal wenig Wasser dafür benötigen, was in Indien eher rar ist.  Da sie logischerweise auch biologisch komplett abbaubar sind, verursachen sie keinen zusätzlichen Müll, was in Indien ebenfalls ein ziemlich großes Problem darstellt. Das Blatt an sich selber wird schnell abgebaut und bietet sich dadurch ideal als Tellerersatz an.

Die Blätter haben einfach die perfekte Größe, um ganze Mahlzeiten darauf zu verzehren, sodass sie sich für besondere Anlässe, bei denen Service herrscht, gut eignen; zudem sind sie wasserfest und können daher auch im Freien und im Regen genutzt werden.
Abschließend aber ist auch ein sehr wichtiger und kultureller Grund zu nennen. Aus traditionellen Gründen wird besonders in Südindien das Bananenblatt als Tellerersatz verwendet, weil dies einfach an die Lebensarten der Vorfahren erinnert. Essen verbindet Menschen und dies kann auch generationsübergreifend der Fall sein, wenn mit dieser Methode an die Vorfahren gedacht wird.

Es mag zwar ein wenig seltsam wirken auf den ersten Blick, wenn man erstmals in Südindien ist und speist, aber man sollte sich durchaus schnell daran gewöhnen. Da die Blätter nicht nur groß, sondern auch ziemlich reißfest sind, kann man wirklich eine Menge Essen auf ihnen platzieren ohne sich sorgen zu müssen, dass was runterfällt. Wir wünschen guten Appetit beim Ausprobieren.



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